Der ARERO-Weltfonds oder doch lieber ein ETF-Portfolio?

Am 13. Oktober 2011 wurde der Arero-Weltfonds von der ETF-Zeitschrift „EXtra Magazin“ in Kooperation mit der Börse Stuttgart und dem Nachrichtensender n-tv als Anlagelösung 2011 ausgezeichnet. Schon sieben Jahre später erreichte der Arero-Weltfonds ein verwaltetes Vermögen von 687 Millionen Euro  (Stand Dezember 2017). Damit rangiert der Arero-Weltfonds in der FWW-Anlagekategorie Mischfonds Dynamisch Welt auf Platz dreizehn der größten Produkte.

Grund genug, den von Prof. Dr. Martin Weber initiierten Fonds etwas genauer zu betrachten. Wie nicht anders zu erwarten, ist die Konzeption des Arero-Weltfonds gut durchdacht und auf dem aktuellen Stand der Kapitalmarktforschung. Kein Wunder, schließlich gehört Prof. Weber zur Elite der deutschen Wirtschaftswissenschaftler. Sein Lehrstuhl an der Universität Mannheim genießt einen hervorragenden Ruf.

Der Arero-Weltfonds bietet eine Art „Optimallösung“ für Privatanleger, die ein nach wissenschaftlichen Kriterien ausgerichtetes Portfolio suchen, um langfristig an der Wertentwicklung der globalen Kapitalmärkte zu partizipieren. Um das Anlageziel kosteneffizient umzusetzen wurde aus den etablierten Aktien-, Renten- und Rohstofffuture-Indizes eigens ein Index aufgesetzt (ARERO-Weltstrategie). Dieser Index bildet die Wertentwicklung des Arero nach und ist aus diesem Grund kein klassischer Dachfonds.

Wie investiert der Arero-Weltfonds?

Der Aktienanteil

Der Arero-Weltfonds setzt sich strukturell aus drei Komponenten zusammen:

60 % Aktienanteil (zu jedem Rebalancierungszeitpunkt), welcher die Wertentwicklung von mehreren Tausend Unternehmen in mehr als 40 Ländern der wirtschaftlich bedeutendsten Weltregionen widerspiegelt (Gewichtung nach Bruttoinlandsprodukt).

Zum Rebalancierungstermin setzt sich die Aktienquote wie folgt zusammen:

MSCI Europa (15 Länder, Gewicht am Rebalancierungstermin 07.02.2017: 13,69 %)

MSCI Nordamerika (2 Länder, Gewicht am Rebalancierungstermin 07.02.2017: 17,54 %)

MSCI Pazifik (5 Länder, Gewicht am Rebalancierungstermin 07.02.2017: 6,08 %)

MSCI Schwellenländer (23 Länder, Gewicht am Rebalancierungstermin 07.02.2017: 22,69 %)

Der Rentenanteil

25 % Anleihen (zu jedem Rebalancierungszeitpunkt). Diese gehen in Form des IBOXX Euro Sovereign in den ARERO-Index ein. Dieser Index repräsentiert weit über 200 Staatsanleihen unterschiedlicher Laufzeiten aus zahlreichen Ländern aus dem Euro-Raum – ohne Währungsrisiken für Euro-Anleger.

Der Rohstoffanteil

15 % Rohstoffanteil  (zu jedem Rebalancierungszeitpunkt). Der Rohstoffanteil wird durch den DJ UBS Commodity Index Total Return 3 Month Forward repräsentiert. Der DJ UBS Commodity Index Total Return 3 Month Forward bildet die Warengruppen Energie, Edelmetalle, Industriemetalle und Agrarrohstoffe inklusive Lebendvieh ab.

Fazit der Anlagephilosophie

Eine global ausgerichtete, prognosefreie Anlagelösung mit einer maximalen Diversifikation und minimalen Kosten ist sicherlich die richtige Anlagephilosophie. Schließlich ist Diversifikation der einzige „Free Lunch“, den die Kapitalmärkte ohne Gegenleistung liefern. Zudem belasten niedrige Kosten den Anlageerfolg weniger stark. Diese niedrig zu halten, ist ein absolutes Muss für den langfristigen Vermögensaufbau. Zudem verstärkt der Zinseszinseffekt durch seine potenzierende Wirkung diesen Effekt noch zusätzlich.

So weit die Theorie. Doch hält der Arero-Weltfonds, was er verspricht? Oder würde es sich anbieten, den Arero-Weltfonds einfach mit ETFs nachzubauen. Wo liegen mögliche Schwachstellen oder gibt es möglicherweise Alternativen?

Um diese Fragen zu klären, schauen wir uns die Anlagephilosophie des Arero-Weltfonds nochmal etwas genauer an und vergleichen diese mit einem ETF-Portfolio.

Diversifikation des Arero-Weltfonds

Kritisch hinterfragt wirbt der Arero-Weltfonds mit einer maximalen Diversifikation. Das ist auf den ersten Blick auch plausibel. Dennoch, schaut man in den Jahresbericht 2013, so sucht man die beworbenen MSCI-Indizes auf Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik und Emerging Markets vergebens, sondern findet neben einer Vielzahl von Anleihen vor allem Equity-Swap-Konstruktionen. Diese Equity-Swaps wurden aber gerade einmal mit drei Emittenten abgeschlossen, was nicht gerade für eine hohe Diversifikation des Ausfallrisikos spricht. Natürlich handelt es sich hierbei um große Emittenten wie beispielsweise die Deutsche Bank oder JP Morgan.

Dennoch, wenn man an Lehman Brothers denkt, wäre ein Portfolio aus voll replizierbaren ETFs eine weitaus sicherere Variante und würde eher dem Diversifikationsgedanken entsprechen, auch wenn die Kostenbelastung sich dadurch erhöhen würde.

Wesentliche Änderung in der Anlagepolitik:

Mit Wirkung zum 1. Januar 2018 hat das Management des Arero-Weltfonds reagiert und den Fonds auf das ab 2018 geltende Investmentsteuerreformgesetz vorbereitet. Es wurde eine  Mindestaktienfondsquote von 51 % definiert, die eine steuerliche Einstufung als Aktienfonds gewährleistet. Zudem wurde die von uns kritisch beurteilte swap-basierte Abbildung der Aktien- und Rentenanlagen auf eine physische Replikation umgestellt. Die damit verbundenen höheren Abbildungskosten werden gemäß Arero-Management nicht an die Anleger weitergegeben. Das Rebalancing wird von einmal jährlich auf halbjährlich erhöht.

Kostenbelastung des Arero-Weltfonds

Die laufenden Kosten des Arero-Weltfonds betragen 0,50 %. Zwar sind in den laufenden Kosten die Transaktionskosten nicht berücksichtigt, fallen aber bei einem passiven Investmentansatz auch nicht sonderlich hoch aus. In der Summe bleibt die Kostenbelastung für einen passiv ausgerichteten Fonds, der eine statische Vermögensverwaltung anbietet, niedrig und wäre mit einem individuell aufgebauten ETF-Portfolio auch nicht viel günstiger darzustellen.

Weitere Vorteile des Arero-Weltfonds wären ein möglicher Steuerstundungseffekt und eine automatisch durchgeführte Rückführung der Anlageklassen auf die strategische Ausgangsgewichtung (Rebalancing). Denn gerade das Rebalancing erfordert Disziplin und wird in einem selbst erstellten Portfolio häufig vernachlässigt.

Flexibilität in der Anpassung

Die strategische Asset Allocation des Arero-Weltfonds entspricht, wie bereits zuvor aufgeführt, einem Aktienanteil in Höhe von 60 %. Rohstoffe sind mit 15 % gewichtet und Anleihen sind mit 25 % im Portfolio (zum Rebalancierungszeitpunkt) vertreten. Damit dürfte dieses Portfolio langfristig zwar über ein „optimales“ Chance-Risiko-Verhältnis verfügen. Für Anleger, deren Risikotragfähigkeit nicht mit dem Risiko des Arero-Weltfonds übereinstimmt, wäre der Fonds aber keine geeignete Lösung.

Denn gerade die individuelle Risikotragfähigkeit entscheidet, ob der Anleger auch in schwierigen Marktphasen noch ruhig schlafen kann und nicht aus Angst um sein Vermögen unüberlegte Entscheidungen trifft. Ein solches Verhalten hätte gravierende Auswirkungen und würde den gesamten Anlageerfolg zunichtemachen. Hier bietet ein individuell abgestimmtes ETF-Portfolio entscheidende Vorteile.

Asset Allokation des Arero-Weltfonds

Die richtige Auswahl der Anlageklassen (Asset Allokation) ist entscheidend für den Anlageerfolg. Sie ist für ca. 95 % der Wertentwicklung eines Portfolios verantwortlich (Brinson, Hood &Beebower über 91 große US-Pensionsfonds im Zeitraum zwischen 1973 und 1986, aktualisiert 1991).

Grundsätzlich gibt es zwei gängige Strategien, um ein Portfolio auszurichten – zum einen anhand der Wirtschaftsleistung der globalen Volkswirtschaften (Bruttoinlandsprodukt), zum anderen nach Marktkapitalisierung der Finanzmärkte der einzelnen Länder und Regionen.

Während die Gewichtung nach Bruttoinlandsprodukt dazu führt, dass Aktien der Schwellenländer aufgrund ihrer Wirtschaftsleistung höher gewichtet werden, ist bei einer marktkapitalisierten Ausrichtung der US-amerikanische Aktienmarkt stärker repräsentiert.

Was schlussendlich die bessere Ausrichtung ist, ist wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen und sollte nach unserer Auffassung der persönlichen Präferenz des Anlegers entsprechen. Der Arero-Weltfonds nimmt seinen Anlegern diese Entscheidung ab und bevorzugt eine Aktiengewichtung nach Bruttoinlandsprodukt, was sicherlich für uns Europäer keine schlechte Entscheidung ist.

Verwunderlich ist, dass der Arero-Weltfonds bei seiner Allokation ausschließlich MSCI-Indizes der globalen Anlageregionen – wie beispielsweise Nordamerika, Europa, Asien-Pazifik oder die Schwellenländer – abbildet und somit nach unserer Auffassung Dimensionen höherer Ertragsmöglichkeiten nicht konsequent ausnutzt. Denn gerade Anlageklassen mit kleinen Unternehmen (Small-Cap) und werthaltigen Aktien (Value) liefern einen nicht zu unterschätzenden Performancebeitrag und einen zusätzlichen Diversifikationseffekt (vergl. „Cross Section of Expected Stock Returns”, Eugene F. Fama and Kenneth R. French, Journal of Finance 47, 1992). Auch hier bietet ein ETF-Portfolio einen nicht zu unterschätzenden Vorteil.

Fazit

Entscheiden Sie selbst. Sicherlich ist der Arero-Weltfonds eine interessante, kostengünstige wissenschaftlich fundierte Anlagelösung mit wesentlichen Vorteilen für einen Anleger, der mit wenig Aufwand eine standardisierte Lösung sucht. Kleinere Vermögen oder Sparpläne können ohne Skalenverluste von einem solchen Konzept sicherlich profitieren.

Das kritisch beurteilte Risiko eines möglichen Ausfalls eines Swap-Kontrahenten ist durch die physische Replikation ab 1. Januar 2018 nicht mehr gegeben.

Für Anleger, die eine individuelle Vermögensstruktur suchen und auf eine laufende persönliche Betreuung nicht verzichten möchten, gibt es durchaus interessantere Ansätze.

Möchten Sie nähere Infos zum Arero-Weltfonds oder zu einem individuell strukturierten ETF-Portfolio, so rufen Sie uns unter der 06861/709156 an oder schicken uns eine E-Mail.

 

(Foto: 1xpert – Fotolia.com)

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