Lohnt sich der Einstieg in den Aktienmarkt noch?

Häufig werden wir von unseren Kunden gefragt, ob die Märkte nicht schon zu stark gestiegen sind. Schließlich markiert der DAX immer neue Höchststände und die 10.000 Punkte Marke rückt in greifbare Nähe. Zwar spricht das niedrige Zinsniveau und der Mangel an Anlagealternativen weiterhin für Aktien, dennoch tun sich viele Anleger schwer. Möchte doch kein Anleger auf dem höchsten Punkt kaufen.

Welcher Anleger sucht da nicht nach Hilfe und Orientierung in dieser entscheidenden Frage?

Wertentwicklung Deutscher Aktienindex DAX von Januar 1980 bis Januar 2014

Quelle: DFA. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen.
Quelle: DFA. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen.

Sucht man Rat bei Banken und deren Analysten, so erkennt man recht schnell, dass dieser Weg wenig Hilfe verspricht. So lagen deren durchschnittlichen Prognoseschätzungen für den DAX in 2013 bei einer Wertsteigerung leicht über 5% oder bei einem Jahreskursziel von 8020 Punkten (Quelle: boerse.de). Tatsächlich erzielte der DAX eine Wertentwicklung von über 25% p.a. und beendete ein hervorragendes Börsenjahr mit einem Indexstand von 9.552 Punkten (Differenz 1.500 Punkte). Das Ergebnis erstaunt nicht, sind doch diese Prognosen der Banken und Ihrer Analysten nichts weiter als in die Zukunft gerichtete Kursfortschreibungen.

Auch Bewertungskennziffern sind mit Vorsicht zu interpretieren. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), ein Indikator, ob Märkte schon teuer oder noch günstig sind, gibt keinen Hinweis, warum man derzeit Aktien kaufen oder verkaufen sollte.

Zu Beginn des Jahres 2014 lag das DAX-KGV gerade einmal bei etwa 13,5 (Quelle: boerse.de), was im langfristigen Vergleich keinen aussergewöhnlich hohen Wert darstellt und unter dem langfristigen Durchschnitt liegt. Schwierig ist aber die Interpretation dieser Kennzahl. Denn das KGV ist von einer Vielzahl von Einflussgrössen abhängig. So kommt es vor, dass das KGV durchaus massiv ansteigen kann, obwohl die Aktienmärkte fallen. Vor allem dann, wenn die Unternehmensgewinne stärker einbrechen als der Aktienmarkt fällt, wie beispielsweise im Jahr 2009. Trotz einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 hätte sich ein Anleger, welcher in den deutschen Aktienmarkt investiert hätte, bis heute über stattliche Kursgewinne von etwa 150% gefreut.

Historisches Kurs – Gewinn – Verhältnis (KGV) deutscher Aktienmarkt (DAX) von 1980 bis 2013

Quelle: DFA Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen.
Quelle: DFA Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen.

Gerade bei komplexen Systemen wie den Kapitalmärkten müssen Entscheidungen getroffen werden, die mit Unsicherheit verbunden sind. Diese Unsicherheit lässt sich jedoch nicht durch relative Bewertungsmethoden in Form von Durchschnittsbetrachtungen wesentlich verbessern – gibt es doch zu viele unterschiedliche Parameter, die sich auf die Bewertung auswirken. Auch das berühmte Bauchgefühl hilft bei der Markteinschätzung nicht wirklich weiter. Denn die Unsicherheit ist der Preis, den der Anleger zahlen muss, um von einer höheren Wertentwicklung der Aktienmärkte zu profitieren.

Aktienkursentwicklungen entstehen rein zufällig und sind nicht prognostizierbar!

Paul Samuelson, Nobelpreisträger

Betrachtet man die Wertentwicklung des DAX ohne die vereinnahmten Dividenden (Kursindex), so stellt man fest, dass der DAX noch nicht seine alten Höchststände aus dem Jahr 2000, 2007 und 2008 überschritten hat, was vielleicht dem einen oder anderen Anleger die Entscheidung erleichtert.

Indexstand Deutscher Aktienindex (DAX) ohne Dividendenzahlungen per Jahresultimo von Januar 2000 bis Januar 2014

Quelle: DFA und eigene Berechnungen. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen.
Quelle: DFA und eigene Berechnungen. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen.

Interessant ist möglicherweise dennoch eine relative Betrachtungsweise, um festzustellen , ob der DAX noch Potential hat. Die Idee ist, das historische Kurstief aus dem Jahr 2003 auf den heutigen Zeitpunkt zu projizieren.

Rechnet man mit der historischen Wertentwicklung des deutschen Aktienindex (Durchschnittsbetrachtung der vergangenen 30 Jahre) von etwa 7% p.a. (ohne Dividenden), lässt sich daraus recht einfach ein minimales Kursziel für das Jahr 2014 ermitteln.

Der Tiefstand auf Schlusskursbasis aus dem Jahr 2003 von ca. 2.800 Punkten entspräche heute einem minimalen Kursziel für den DAX ohne Dividendenzahlungen von 5.500 Punkten (2.800 mit einer jährlichen Wertsteigerung i.H. von 7% p.a.). Also ein Niveau noch über dem aktuellen Kursniveau (DAX Kursindex – Schlusskurs 4930 – Stand 6. Mai 2014). Hier wäre sicherlich noch viel Spielraum nach oben.

Natürlich besteht der Aktienmarkt nicht nur aus deutschen Aktien. Global ausgerichtete und hochdiversifizierte Portfolios beinhalten in der Regel Anlageregionen und Marktsegmente, die sich gegenläufig entwickeln. Während die westlichen Aktienmärkte im Jahr 2013 zweistellige Renditen erwirtschafteten, verzeichneten die Schwellenländer (MSCI Emerging Markets) gerade einmal eine Wertentwicklung von 1,26% p.a.

Die Zukunft ist niemals klar: „Schon für ein bisschen Gewissheit muss man einen hohen Preis zahlen. Unsicherheit ist deshalb der Freund von langfristigen Investoren.“

Warren Buffet, berühmter amerikanischer Anleger

Wertentwicklung in 2013: Deutscher Aktienindex DAX, MSCI Emerging Markets und MSCI Pacific ex. Japan (Performanceindices = inklusive Dividenden)

Quelle: DFA. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen.
Quelle: DFA. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen.

 

Fazit: Solange es keine Glaskugel gibt, ist auch niemand in der Lage, die Kursentwicklung der Aktienmärkte vorherzusehen. Nach unserer Auffassung ist schlussendlich die beste Art zu investieren gerade dann, wenn man über die finanziellen Mittel verfügt. Damit kommt der gewählten Strategie eine essentielle Bedeutung zu. Die wesentliche Voraussetzung hierfür ist ein disziplinierter Ansatz, basierend auf einem global ausgerichteten und hochdiversifizierten Portfolio, einer regelmäßigen Rückführung der einzelnen Anlagen auf die Ausgangsgewichtung (Rebalancing), sowie einen langfristig gewählten Anlagehorizont.

Mit einer solchen Strategie werden Sie nicht zu Spekulanten, sondern zu Investoren. Sie können sich entspannt zurücklegen und profitieren von der wunderbaren Kraft der Kapitalmärkte und erhöhen nicht nur Ihren Anlageerfolg, sondern zudem Ihre Lebensqualität.

 

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